Von Fußballplatz bis Familienpass

Vreden sei aus Sicht der UWG am Rande eines Haushaltssicherungskonzeptes – wie würden Norbert Wesseler (SPD) und Dr. Christoph Holtwisch (CDU) als „erster Bürger“ Vredens die Situation meistern, eröffnete Fraktionsvorsitzender Elmar Kampshoff die UWG Fragerunde bei der Diskussion mit den beiden Kandidaten am Dienstag vor vielen interessierten Zuhörern im Gasthaus Terrahe.
„Projekte, die nicht nötig sind, nicht anpacken und verschieben, um Freiheit im Handeln zu erhalten“, kündigte Wesseler an. Auch beim Sparen sei alles „eine Frage der Prioritätensetzung“, betonte Holtwisch: Der Bedarf sei da, die Liquidität der Stadt gegeben – „eine solche Investition in Vereinsarbeit ist zu rechtfertigen.“ Weder der Kunstrasenplatz noch der Flugplatz -Ausbau als Streitthema mitsamt ihrer bekannten Positionen für (Holtwisch) und dagegen (Wesseler) wurden nicht ausgelassen.
Eine kurze Antwort erbat Moderator Kampshoff auf die Frage nach weiteren Spielhallen in Vreden. „Auch als Bürgermeister müsste ich dem zustimmen, wenn der Investor ein Recht darauf hat“, formulierte Holtwisch – „Brauchen wir nicht“, befand Wesseler kurz.
Der Familienpass und die Frage der UWG, ob dieser mehr einkommensabhängig gestaltet werden und grundsätzlich für Familien mit SGBII-Bezug gelten sollte, war ein weiteres Thema. NorbertWesseler könnte sich dies vorstellen, allerdings „ohne Diskriminierung“. Ernsthafte Bedenken hatte Christoph Holtwisch – er gab die Problematik zwischen SGB-II-Bezug
und dem Familieneinkommen aus dem Niedriglohnsektor zu bedenken.
Einig waren sich die Kandidaten in Bezug auf den auch von Seiten der Zuhörer angesprochenen Umgang mit dem Alkoholkonsum Jugendlicher: Die Verantwortlichkeit der Eltern müsste gesehen werden, gleichwohl müssten Stadt, Kreis und Polizei ihrer Rolle als Kontrolleur nachkommen, betonten beide.
Auch, was die aus dem Publikum angefragte Hilfe für örtliche Unternehmen in der Wirtschaftskrise angehe, herrschte Einmütigkeit: Direkte Hilfe sei über die „normalen Rahmenbedingungen“ wie Gespräche führen und vermitteln oder Gewerbesteuer stunden kaum machbar.